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Raschid Borissowitsch Osdojew
Unser Fall
Raschid Borissowitsch Osdojew (geb. 1975), stellvertretender Staatsanwalt der Republik
Inguschetien
amnesty international vorliegenden Informationen zufolge wurde Raschid Borissowitsch Osdojew
[englische Transkription: Rashid Borisovich Ozdoev] am 11. März 2004 offenbar von Angehörigen
des russischen Bundessicherheitsdienstes (FSB) in der Republik Inguschetien festgenommen. Es
steht zu befürchten, dass er gefoltert werden oder dem „Verschwindenlassen“ bzw. staatlichen
Mord zum Opfer fallen könnte.
Raschid Osdojew ist stellvertretender Staatsanwalt der Republik Inguschetien. Zu seinen Aufgaben
gehört die Kontrolle der inguschetischen Abteilung des FSB. Er soll im Rahmen seiner beruflichen
Pflichten eine Reihe von widerrechtlichen Handlungen des inguschetischen FSB gegenüber den
Behörden der Republik Inguschetien zur Sprache gebracht haben. Auch hat er Ende Februar bzw.
Anfang März 2004 seine Anliegen in zwei Schreiben an die Generalstaatsanwaltschaft
und die zentrale Leitung des FSB vorgebracht.
Am 11. März 2004 fuhr Raschid Osdojew mit Kollegen nach Nagtschik [Nalchik] in die benachbarte
Republik Kabardino-Balkaria. Als die Delegation am selben Abend in die inguschetische Hauptstadt
Magas zurückkehrte trennte sich Raschid Osdojew von den übrigen, um in seinem Auto, einem
dunkelgrünen Schiguli [Zhiguli] VAZ 21099, in seinen Heimatort Malgobek zurückzufahren.
Zeugenberichten zufolge wurde er später nahe einer Tankstelle in Werchnje Atschaluki
[Verkhnye Achaluki] von drei Fahrzeugen angehalten. Eines davon, offenbar ein weißer
Niwa [Niva] des FSB, soll Raschid Osdojews Wagen gerammt haben. Andere Zeugen sagten
aus, Raschid Osdojews Auto später auf einem Parkplatz des FSB in Magas gesichtet zu haben.
amnesty international vorliegenden Meldungen zufolge wurde Raschid Osdojew möglicherweise
von Magas nach Wladikawkas [Vladikavkaz] in die Republik Nord-Ossetien und von dort in das
Hauptquartier der russischen Bundesstreitkräfte im Nordkaukasus, nach Chankala [Khankala]
in der Tschetschenischen Republik, gebracht. amnesty international liegt eine Reihe von
Berichten vor, wonach in Chankala inhaftierte Personen gefoltert worden sind oder staatlichem
Mord zum Opfer fielen.
Raschid Osdojew hatte ungeachtet der Drohungen, dass dies sein Leben gefährden könnte,
die widerrechtlichen Aktionen des FSB zur Sprache gebracht und seinem Vater und anderen
Angehörigen mitgeteilt, dass es seine Pflicht ist, diese Fälle den Behörden zu melden.
Am 15. März 2004 wurde ein Strafverfahren gemäß Paragraph 126 des russischen Strafgesetzbuches
(Menschenraub) eröffnet. Trotz glaubwürdiger Hinweise auf seinen derzeitigen Haftort liegen
Raschid Osdojews Familie keine offiziellen Information über seinen Verbleib und seine
Lage vor.
Pressemitteilung vom 25.02.08 als .pdf-Datei
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Einschätzung zu Russland
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