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amnesty international Dresden
Alles begann 1990 mit einer Gründungsveranstaltung in Berlin. Hier wurde der Verein "ai in der DDR"
ins Leben gerufen, der in Dresden
anfangs von Annette u Roman Kalex geleitet wurde.
Schon bald- im Jahr 1991 wird der Fall des
chinesischen Dissidenten Yu Dongyue der Gruppe 1396 in Dresden zugewiesen, die nun mittlerweile
zur Sektion der BRD gehört.
Mit Unterschriftenlisten die an den chinesischen Justizminister sowie an den Gefängnisdirektor
des Gefängnis Nr. 3 in Linglin gesandt werden (wo Yu Dongyue für die ersten 5 Jahre z.T. in
Einzelhaft einsitzt), macht die Gruppe aus Dresden ab Dezember 1992 auf den Fall aufmerksam.
Im Folgejahr wird der amerikanische Präsident Clinton schriftlich gebeten, seine China- Kontakte
zur Freilassung des politischen Gefangenen zu nutzen.
Nach einer weiteren bundesweiten Unterschriftenaktion, organisiert amnesty international Dresden
im Juni 1994 anlässlich des 5. Jahrestages des Massakers auf dem Platz des himmlischen Friedens
in China eine theatralische Straßeninszenierung, bei der das Geräusch von Maschinengewehrsalven
aus Lautsprechern eines Busses dröhnt und die Dresdener Menschenrechtler niederstreckt. Nachdem
sie symbolisch aufgereiht sind, werden die "Leichen" mit einem Tuch abgedeckt. Es trägt die
Aufschrift: 04.06. 1989 Massaker in Peking.
Über den thüringischen Ministerpräsidenten Vogel wird dem damaligen chinesischen
Ministerpräsidenten Li Peng mitgeteilt, dass ai Dresden und weitere 10037 Deutsche
die Freilassung von Yu Dongyue fordern. Da der Journalist in der Haft gefoltert wurde,
was sich massiv auf seinen Gesundheitszustand ausgewirkt hatte, wird im selben Jahr an
den Gefängnisdirektor ein weiterer Brief verfasst mit Verweis auf die Haftbedingungen.
1995- nachdem auch Reporter ohne Grenzen eine Demonstration zugunsten Yu Dongyues vor
der Botschaft in Bonn organisiert hatte, ruft amnesty Dresden am 10.12., dem Tag der
Menschenrechte dazu auf, Faxe an den chinesischen Ministerpräsidenten, den Provinzgouverneur
und den chinesischen Botschafter in Deutschland zu versenden, in denen ebenfalls die
Freilassung Yu Dongyues gefordert wird. Sowohl vor der Frauenkirche als auch vor der
Dreikönigskirche hat die ai- Gruppe Faxgeräte für diesen Zweck installiert. Nach
Quellen des PEN Club wird Yu Dongyue 1997 in ein anderes Gefängnis verlegt.
amnesty
Dresden informiert bei Aufführungen in der Semperoper mit Beilagen im Programmheft
über das Schicksal von Yu Dongyue. Auch der Intendant erklärt sich damals bereit,
vor den Aufführungen die Arbeit von ai vorzustellen.
Es folgen 7 Briefaktionen im Jahr 1997 und eine Bitte an die damalige
Bundestagspräsidentin Antje Vollmer, den Fall Yu Dongyue bei ihrer China- Reise
anzusprechen. Erst 3 Monate später wird das Schicksal des inzwischen geistig verwirrten
in einem Gespräch Vollmers mit einem chinesischen Gesandten thematisiert. Unsere Gruppe
bittet um Aufklärung über den Aufenthaltsort von Yu Dongyue.
Mit 2300 weiteren Unterschriften und einer Luftballonaktion auf der Prager Straße informieren wir
die Öffentlichkeit über das Schicksal von Yu Dongyue im Jahr 1998.
Im Jahr 2000 gestaltet unsere Gruppe eine Radiosendung zu ihrem 10 jährigen Bestehen und organisiert
eine Ausstellung zu den Massakern in Ruanda. Über Yu Dongyue gibt es in dieser Zeit keine Neuigkeiten.
Im Rahmen der Antifolterkampagne organisiert amnesty Dresden 2001 eine Großplakataktion an
Straßenbahnhaltestellen und zeigt im Studentenfernsehsender Dr. Fernsehen einen Film über
ai Dresden.
Mit weiteren Briefen an deutsche und chinesische Autoritäten versucht die Gruppe
auch in diesem Jahr, die Aufmerksamkeit auf den Fall Yu Dongyue zu lenken.
Im Juni 2003
meldet die Deutsche Presse Agentur mit Berufung auf das Informationszentrum für
Menschenrechte und Demokratie in Hong Kong, dass Yu Dongyue im Gegensatz zu seinen
Mitangeklagten nicht freigelassen werden könnte, da er seine Schuld nicht eingestehe.
Im selben Jahr beteiligt sich amnesty Dresden an einer Wanderausstellung über
Menschenrechtsverletzungen in der DDR.
2004 wird eine Ausstellung zur Russlandkampagne im Gerberbau der Technischen Universität
Dresden organisiert und ai nimmt am Festival der Weltkulturen teil. Ein weiterer Brief an den
chinesischen Ministerpräsidenten Wen Jiabao wird versendet mit der Forderung
nach Freilassung von Yu Dongyue. Eine erneute Unterschriftensammlung wird an den chinesischen Justizminister
Zhang Fusen geschickt.
Im November entwirft die Dresdener Gruppe eine Postkarte in
chinesischer und deutscher Sprache, die an Präsident Hu Jintao gerichtet ist und die
Freilassung Yu Dongyues fordert. An Infoständen wird diese künftig verteilt.
Vier
weitere Briefe und eine 400 Unterschriften tragende Petition werden an den Justizminister,
den Provinzgouverneur, den Gefängnisdirektor, den Justizdirektor von Hunan und den
Parteisekretär bis Ende 2005 versendet, um die Foltervorwürfe zu untersuchen und weiterhin
die Freilassung des gefangenen Journalisten Yu Dongyue zu fordern.
Im August 2005 organisierten wir ein Sommerfest, bei dem die Kampagne Hinsehen und Handeln,
Gewalt gegen Frauen verhindern im Mittelpunkt stand und sammelten Unterschriften gegen die
Gewaltanwendung an palästinensischen Checkpoints. Im November organisierte ai Dresden gemeinsam mit
den Vereinen
Arche
Nova
und tierra nuestra ein internationales Menschenrechtsfilmfestival,
bei dem Filme über verschiedene Konfliktregionen gezeigt wurden und eine Podiumsdiskussion
zum Problem Nordkorea stattfand. Eine Ausstellung zur Kampagne Hinsehen und Handeln, Gewalt
gegen Frauen verhindern konnte ebenfalls im Filmtheater Metropolis auf die Arbeit von amnesty
international hinweisen. Hier war auch die im November 2004 neugegründete
Hochschulgruppe
anwesend.
Am 13. Dezember 2005 erreicht uns die Nachricht über die bevorstehenden Freilassung Yu
Dongyues aus dem Londoner ai Sekretariat.
Am 22. Februar wird Yu Dongyue schließlich freigelassen, was in mehreren unabhängigen Medien
weltweit berichtet wird.
Seit dem widmen wir uns der Menschenrechtsbildung an Schulen und der Befreiung des Inguscheten Boris Osdojew.
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